Tag der Friedlichen Revolution - Leipzig 9. Oktober

 

Grußwort des Oberbürgermeisters

Liebe Leipzigerinnen, liebe Leipziger,

sein Leben selbst bestimmen – für uns heute ist das selbstverständlich. Für die Demonstranten im Herbst 1989 war dies eine zentrale Forderung. Die Menschen waren die Bevormundung durch die Staatspartei SED leid, sie wollten selbst über ihr Leben entscheiden dürfen. Ein winziges Virus hat uns in diesem Jahr die Grenzen eines selbstbestimmten Lebens aufgezeigt. Sie liegen dort, wo die Gesundheit anderer Menschen gleich welchen Alters oder Konstitution gefährdet wird. Nicht zufällig vereint unser Grundgesetz beide Gedanken in einem Artikel: Das Recht auf Persönlichkeitsentfaltung und das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Es ist ein Gebot des Respekts füreinander, wenn wir ein Stück unserer persönlichen Freiheit hergeben für den Schutz anderer. Es ist auch Folge der mutigen Frauen und Männer des Herbstes 1989, dass wir heute darüber demokratisch entscheiden können.

Ihr Burkhard Jung,

Oberbürgermeister der Stadt Leipzig & Vorsitzender des Beirates „Kuratorium Tag der Friedlichen Revolution 1989“

 

Einigkeit und Recht und Freiheit

… in der deutschen Nationalhymne besungen, von mutigen Bürger*innen in der Friedlichen Revolution errungen und vor 30 Jahren mit der Wiedervereinigung vollendet? Den bis heute fortdauernden Transformationsprozess verbinden viele mit dem Glücksgefühl gelebter Demokratie und real erfahrener Bürgerrechte, aber auch mit Verlusten und der Abwertung von Lebensleistung. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise werden wir einen anderen 9. Oktober erleben als in den Jahren zuvor. Lassen Sie uns den Blick schärfen für das, was die Menschen 1989 stark gemacht hat, und was wir heute ebenso wieder brauchen: Mut, Beharrlichkeit und Solidarität.

 

9. Oktober 2020 - Zu Hause dabei sein

Einen 9. Oktober, offen für alle – das war immer Anspruch und Antrieb – kann es in diesem Jahr leider nicht geben. Zumindest nicht in der Nikolaikirche, auf dem Augustusplatz oder auf dem Leipziger Ring. Die Feierlichkeiten des Jahres 2020 unterscheiden sich wesentlich von allen bisherigen, denn aufgrund der Corona-Pandemie können weder das Friedensgebet noch die Rede zur Demokratie und das Lichtfest in der gewohnten Weise mit vielen tausend Besucherinnen und Besuchern stattfinden. Wie kann man dennoch gemeinsam gedenken und feiern, ohne persönlich vor Ort zu sein? Wie kann das Licht(fest) möglichst viele Leipziger erreichen? Die Verantwortlichen haben neue Formen des gemeinschaftlichen Erinnerns entwickelt, die die Auseinandersetzung mit den Ereignissen der Friedlichen Revolution ermöglichen und die auch in diesem Jahr allen Interessierten gestatten, dabei zu sein, wenn auch nicht in der persönlichen Begegnung auf den Straßen und Plätzen unserer Stadt, sondern zu Hause. Alle Kernveranstaltungen des 9. Oktober werden daher sowohl auf Leipzig Fernsehen als auch in einem moderierten Livestream auf www.lichtfest.leipziger-freiheit.de übertragen. Seien Sie dabei – zu Hause! Darüber hinaus können die Leipzigerinnen und Leipziger im Vorfeld Kerzenpate werden. Sie sind außerdem eingeladen, auch zu Hause ein (Licht)Zeichen zu setzen.

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